Großer Preis der Nationen 1929

  • Großer Preis der Nationen 1929
  • Veranstalter: AvD
  • Gesamtstrecke: 28.265 m
  • 18 Runden = 508,77 km
Gemeldet 44
Gestartet 33
Gewertet 14
Nicht gewertet 19
Sieger #28, Louis Chiron,
Automobiles Ettore Bugatti,
Bugatti T35C,
18 Runden, 4:46:06,400 Std.
Schnellste Runde #28, Louis Chiron,
Automobiles Ettore Bugatti,
Bugatti T35C,
15:06,0 min = 112,31 km/h

14. Juli 1929

Der Große Preis der Nationen wurde vom AvD veranstaltet. Ursprünglich sollte das Rennen der "Große Preis von Deutschland" genannt werden, aber da die Bezeichnung für Rennwagenveranstaltungen vorgesehen war, wurde das auch für Sportwagen ausgeschriebene Rennen anders benannt. Dieser Name wurde jedoch nur einmalig genutzt die Rennen mit Grand-Prix- bzw. Rennwagen sollten in der Folge auch in Deutschland an Ansehen gewinnen und die Sportwagenrennen in den Hintergrund drängen.

Das Rennen war über 18 Runden je 28,265 km, entsprechen 508,77 km Gesamtstrecke, ausgeschrieben. Dem Sieger winkte ein Preisgeld von 30.000,- RM, der Zweitplatzierte sollte 20.000,- RM erhalten. Als Neuerung mussten in diesem Jahr die Sportwagen nun nicht mehr viersitzig sein, ein Beifahrer war dennoch vorgeschrieben. Der Wegfall der hinteren Sitzreihe bescherte dem bisher so erfolgreichen Mercedes-Benz SS Viersitzer den Buchstaben "K" für "kurz", da der Radstand auf 2950 mm verkürzt werden konnte.

Startvorbereitungen an den Bugatti Boxen. Wertungsgruppe II über 1500-3000-ccm (roter Querstreifen auf der Motorhaube). Zur besseren Unterscheidung der Team-Mitglieder, hatte man auf der Motorhaube einen Farbstreifen aufgemalt.
Startvorbereitungen an den Bugatti Boxen: Zur besseren Unterscheidung der Team-Mitglieder hatte man auf der Motorhaube einen Farbstreifen aufgemalt.

Die Trainingszeiten hatten noch keinen Einfluss auf die Startaufstellung. Das dennoch der Trainigsschnellste, Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz SSK), den ersten Startplatz belegte, lag nur an der frühzeitigen Nennung, nicht an der im Training gefahrenen Zeit. Die Sportwagen mit über 3.000 ccm standen ganz vorne, danach folgen die Fahrzeuge bis 3.000 ccm, zuletzt kamen die Wagen bis zu 1.500 ccm. Damit keiner der Teilnehmer mit der (Unglücks-)Zahl "13" starten musste, wurden nur gerade Startnummern vergeben.

Die Mercedes-Benz Mannschaft von links: Rudolf Caracciola, Georg Kimpel, Otto Spandel, August Momberger, Graf Arco-Zinneberg, Adolf Rosenberger und Willy Rosenstein. Rennleiter Neubauer (sitzend).
Die Mercedes-Benz Mannschaft von links: Rudolf Caracciola, Georg Kimpel, Otto Spandel, August Momberger, Graf Arco-Zinneberg, Adolf Rosenberger und Willy Rosenstein. Rennleiter Neubauer (sitzend).
Max Graf Arco-Zinneberg und August Momberger (Startnummer 10) mit einem Mercedes-Benz Typ SSK.
Max Graf Arco-Zinneberg und August Momberger (#10) mit einem Mercedes-Benz Typ SSK.

In den letzten Jahren dominierten die großen Mercedes Benz Typen mit einem Hubraum von über 3.000 ccm das Renngeschehen. In diesem Jahr jedoch konnte Bugatti die Dominanz der Mercedes Benz Rennwagen brechen. Zwei Bugatti T 35 C (Wertungsgruppe II, über 1.500 ccm bis 3.000 ccm, roter Querstreifen auf der Motorhaube) belegten die ersten beiden Plätze. Louis Chiron (Bugatti) gewann das Rennen und fuhr auch die schnellste Rennrunde.

Der Sieger Louis Chiron mit Lorbeerkranz.
Der Sieger des "Großen Preis der Nationen" Louis Chiron mit Lorbeerkranz.

Graf Max von Arco-Zinneberg und August Momberger (#10) siegten mit einem Mercedes-Benz Typ SSK (Durchschnitt 101,6 km/h) in der Klasse der Sportwagen über 3.000 ccm. Sie erreichten damit den dritten Platz der Gesamtwertung. Der zweitplatzierte Wagen in der großen Klasse mit dem Team Willy Rosenstein und Adolf Rosenberger, ebenfalls auf Mercedes Benz SSK, kam als Sechster der Gesamtwertung ins Ziel.

Ernst Günther Burggaller (#36) auf Bugatti siegte in der Wertungsgruppe III über 750 – 1500-ccm und kam als achter ins Ziel.
Ernst Günther Burggaller (#36) auf Bugatti siegte in der Wertungsgruppe III über 750 – 1.500-ccm und kam als achter ins Ziel.

Gesamtergebnis*

  # Klasse Team Fahrer Fahrzeug Rnd. Zeit (Std.)
Schnitt (km/h)
1 28 2000 ccm Automobiles Ettore Bugatti Louis Chiron (MC) Bugatti T35C 18 4:46:06,400
106,9
2   2000 ccm Automobiles Ettore Bugatti Georges Philippe (F) Bugatti T35C 18 4:57:52.200
3 10 +3000 ccm Daimler Motoren Gesellschaft August Momberger (D) /
Max von Arco-Zinneberg (D)
Mercedes-Benz SSK 18 5:00:37.800
4   2000 ccm Automobiles Ettore Bugatti Guy Bouriat (F) Bugatti T35C 18 5:03:28.400
5   3000 ccm - Mario Lepori (CH) Bugatti T35B 18 5:06:12,600
6 12 +3000 ccm Daimler Motoren Gesellschaft Willy Rosenstein (D)/
Adolf Rosenberger (D)
Mercedes-Benz SSK 18 5:09:20,110
7   3000 ccm Automobiles Ettore Bugatti Eckhart von Kalnein (D) Bugatti T35B 17 + 1 Runde
8   1500 ccm - Ernst Günther Burggaller (D) Bugatti T37A 17 + 1 Runde
9   2000 ccm Officine Alfieri Maserati Diego de Sterlich (IT) Maserati 26B 17 + 1 Runde
10   1500 ccm - Hans Kersting (D) Bugatti T37A 17 + 1 Runde
11   1500 ccm - Francesco Pirola (IT) Alfa Romeo 6C 1500SS 16 + 2 Runden
12   1500 ccm - Berthold Stoll (D) Fiat 509 16 + 2 Runden
13   1500 ccm - Amedeo Ruggeri (IT) Maserati 26 16 + 2 Runden
14   1100 ccm - Gerhard Macher (D) DKW 16 + 2 Runden
Nicht gewertet       
DNF   1100 ccm Hannoversche Maschinenbau AG Karl Häberle (D) Hanomag 12  
DNF 2 +3000 ccm Daimler Motoren Gesellschaft Rudolf Caracciola (D) Mercedes-Benz SSK 5  
DNF   1100 ccm - Hans Simons (D) DKW 4  
DNF 6   - Eduard Klimberg (Estland) Renault 40 CV 2  
DNF 4 +3000 ccm Daimler Motoren Gesellschaft Georg Kimpel (D) Mercedes-Benz SSK 1  
DNF   2000 ccm - Ottokar Bittmann (CZ) Bugatti T35C 1  
DNF   1100 ccm Hannoversche Maschinenbau AG Helmut Butenuth (D) Hanomag 1  
DNF     Talbot Hugo Urban-Emmerich (CZ) Talbot 70 1  
DNF   1100 ccm - Birven (B) Imperia    
DNF   1100 ccm - Anton Kahle (CZ) Zbrojovka Z2    
DNF   1100 ccm - Josef Mamula (CZ) Zbrojovka Z2    
DNF   1100 ccm - Ernst Prochazka (CZ) Zbrojovka Z2    
DNF   2000 ccm - Antonio Sartorio (IT) Alfa Romeo 6C    
DNF   1100 ccm - Willy Scholl (D) Amilcar    
DNF   1500 ccm - Ingemar Schulze (D) Bugatti T37A    
DNF   1500 ccm - Willi Seibel (D) Bugatti T37A    
DNF   1100 ccm - Karl Stohanzl (CZ) Zbrojovka Z2    
DNF   1100 ccm - Karel Tunal Divisek (CZ) Zbrojovka Z2    

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Text: Christoph de Haar
Fotos: Daimler AG
Titelbild: von links: #2 - Rudolf Caracciola mit Beifahrer Heinrich Kühnle. #4 - Georg Kimpel mit Beifahrer Eugen Salzer, #12 - Willy Rosenstein / Adolf Rosenberg. (Startnummer 6 - Renault).

Quellen und Links:
Daimler AG
Pro-Steilstecke (abgerufen am 1.1.2018)
Wikipedia (abgerufen am 1.1.2018)
racingsportscars.com (abgerufen am 1.1.2018)
* Ergebnisliste ohne Gewähr, die Quellen weichen voneinander ab