Porsche mit zufriedenstellender Generalprobe für das 24-Stunden-Rennen

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08.05.2022 | Stuttgart. Für Porsche endeten die Nürburgring 24h Qualifiers, die beiden Testrennen vor dem 24-Stunden-Highlight auf dem Eifelkurs, mit annehmbaren Resultaten und wichtigen Erkenntnissen. Der 911 GT3 R von Toksport WRT fuhr am Samstag mit den Werksfahrern Julien Andlauer (F), Matt Campbell (AUS) und Matthieu Jaminet (F) unter die Top 6. Am heutigen Sonntag konnte das KCMG-Quartett Dennis Olsen (N), Earl Bamber (NZ), Josh Burdon (AUS) und Nick Tandy (GB) dieses Ergebnis um eine Position verbessern.

Porsche 911 GT3 R, KCMG (#18), Dennis Olsen (N), Josh Burdon (AUS), Nick Tandy (GB), Earl Bamber (NZ)

Die 24h Qualifiers dienen als Generalprobe für den 24-Stunden-Klassiker am 28./29. Mai und bieten entsprechend viel Fahrzeit auf der speziellen Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife mit einer Länge von 25,378 Kilometern. Neu war in diesem Jahr das Format: Statt eines Sechsstundenrennens umfasste das Nürburgring-Wochenende zwei Läufe über je 180 Minuten inklusive Qualifying und dem Einzelzeitfahren im Top-Qualifying. Das Samstagsrennen begann um 18:30 Uhr und führte bis in die Dämmerung. Am Sonntag sprang die Startampel um 14:00 Uhr auf grün. Die Ergebnisse der 24h Qualifiers beeinflussen zum Teil, wer in das Top-30-Qualifying des 24-Stunden-Rennens einziehen darf – dies erklärt den sportlichen Wert der Veranstaltung für alle Teams mit Ambitionen auf den Sieg. 30 der 88 teilnehmenden Fahrzeuge stammten von Porsche, darunter auch sechs 911 GT3 R.

Das Top-Qualifying am Samstag endete mit Rang neun für die KCMG-Besatzung, während der 911 GT3 R von Toksport WRT von der 14. Position startete. Im ersten Rennen kämpften sich Andlauer, Jaminet und Campbell bei wechselhaften Bedingungen bis auf Platz sechs nach vorne. Der Porsche von Falken Motorsports mit der Startnummer 33 – pilotiert von Sven Müller (D), Jaxon Evans (NZ), Patrick Pilet (F) und Marco Seefried (D) – wurde auf Rang 14 gewertet. Dinamic Motorsport erreichte mit dem Fahrerquartett Christian Engelhart, Marvin Dienst (beide D), Adrien de Leener (B) und Frederick Schandorff (DK) Platz 19, während der Porsche von Huber Motorsport mit Nico Menzel, Joachim Thyssen und Klaus Rader (alle D) das Ziel als 21. sah. KCMG musste nach einem Leitplankenkontakt aufgeben, das Falken-Auto mit der Startnummer 44 konnte wegen eines Unfalls im Training nicht antreten.

Porsche 911 GT3 R, Huber Motorsport (#25), Nico Menzel (D), Joachim Thyssen (D), Klaus Rader (D)

Am heutigen zweiten Qualifier-Lauf nahmen beide Porsche von Falken Motorsports wieder teil. Das frisch reparierte 44er-Auto von Lars Kern (D), Alessio Picariello (B), Klaus Bachler und Martin Ragginger (beide A) legte im Top-Qualifying sogar die achtschnellste Zeit vor. Den besten Startplatz für Porsche – Rang vier – hatte indes Nico Menzel mit dem 911 GT3 R von Huber Motorsport herausgefahren. Im Rennen zeigte dann das KCMG-Quartett eine bemerkenswerte Aufholjagd und kämpfte sich vom 21. Rang bis auf die fünfte Position vor. Olsen, Bamber, Burdon und Tandy lagen damit genau einen Platz vor der Nummer 44 von Falken. Als Zwölfter rundete das Trio von Huber Motorsport das erste Dutzend im Gesamtergebnis ab. 15. wurde der Porsche von Dinamic Motorsport. Der Falken-911 GT3 R mit der 33 war nach einem Unfall in der „Mutkurve“ früh aus dem Wettbewerb. Der Porsche von Toksport WRT eilte nach einem Tausch des Lenksystems beim Start dem Feld aus der Boxengasse hinterher, musste aber dann wieder vorzeitig zurückgezogen werden.

Porsche 911 GT3 R, Falken Motorsports (#44), Klaus Bachler (A), Lars Kern (D), Alessio Picariello (B), Martin Ragginger (A)

„Der erste Lauf verlief eher unauffällig. Er war mit seinen wechselhaften Witterungsbedingungen aber ein Spiegelbild davon, was uns beim 24-Stunden-Rennen erwarten kann“, so 911 GT3 R-Projektleiter Sebastian Golz. „Im Qualifying für den Sonntagslauf hat Huber Motorsport mit der vierschnellsten Zeit ein tolles Resultat erreicht. KCMG ist ein sauberes Rennen auf Platz fünf gefahren und hat die Zeit genutzt, um Reifentests durchzuführen. Platz sechs für Falken Motorsports ist nach dem großen Unfall dieses Autos am Samstag erfreulich. Dennoch zeigen die Ergebnisse nicht das gewünschte Bild für das 24-Stunden-Rennen – wir haben noch Arbeit vor uns.“

Stimmen nach den Rennen

Julien Andlauer (Porsche 911 GT3 R #27): „In das erste Rennen sind wir als 14. gestartet, konnten uns schnell vorarbeiten und haben das Ziel auf Platz sechs erreicht. Mein Schluss-Turn lief etwas tricky, aber genau deshalb fahren wir ja hier: Die Qualifiers bieten eine gute Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen. Wir haben mit Toksport WRT erst zwei Events absolviert, lernen viel und versuchen, uns stetig zu verbessern. Das Team macht es echt gut, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns.“

Dennis Olsen (Porsche 911 GT3 R #18): „Das war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen. Am Samstag lief es eigentlich ganz ordentlich, aber dann beendete ein Zwischenfall unser Rennen vorzeitig. Heute haben wir das Ziel erreicht und mit dem fünften Platz ein gutes Resultat erzielt. Die Konkurrenz ist sehr stark. Wir selbst arbeiten hart daran, uns zu weiter zu verbessern und einen Schritt voranzukommen. Bis zum 24-Stunden-Rennen wollen wir alle Puzzleteile zu einem Stück zusammenfügen.“

Lars Kern (Porsche 911 GT3 R #44): „Platz sechs im zweiten Rennen ist ein versöhnliches Ende dieses Wochenendes. Nach dem Unfall am Samstag haben die Jungs von Falken Motorsports heute Morgen bis um sechs Uhr geschraubt. Danach lief das Auto wieder wie ein Uhrwerk, wir haben uns sehr wohlgefühlt. Alessio Picariello ist im Qualifying eine Mörderrunde in 8.10-Minuten gelungen und hat das Auto auf Startplatz acht gestellt, das war echt überragend. Für ein Qualifier-Rennen ging es auf der Strecke recht hart zu. Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein. Es gibt noch ein paar Hausaufgaben für uns, an denen wir arbeiten müssen und können – dann sind wir für das 24-Stunden-Rennen noch einen Tick besser aufgestellt.“


Quelle und Fotos: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG