1971

Umfangreiche Modernisierungen für mehr Sicherheit

Der Boykott der Formel 1 Fahrer von 1970 brachte die Krise. Um die Strecke als Austragungsort internationaler Veranstaltungen zu erhalten und um zu verhindern, dass neben der Formel 1 auch andere Rennserien abwanderten, wurden die Forderungen der Fahrer aus der im Oktober 1970 vorgelegten 104-Punkte-Liste angenommen und große Änderungen an der Strecke durchgeführt. Dies sollte nach einen Stufenplan sukzessive bis 1976 geschehen.

Viele der Kurven am Ring wurden entschärft, der Charakter der Strecke mit vielen Kurven, Steigungen und Gefällen sollte aber beibehalten werden. Da es bis dato noch nicht genügend Leitplanken gab, wurden zusätzliche zweistöckige Leitplanken installiert (später auf drei erweitert). So sollte verhindert werden, dass Rennwagen über die Strecke hinausschießen konnten und Zuschauern sollten sie mehr Schutz bieten. Hinter einigen Leitplanken wurden zusätzlich Fangzäune errichtet.

Breitere Auslaufzonen und Randstreifen trugen auch zu mehr Sicherheit bei. Die Zuschauer standen nun zwar weiter von der Strecke entfernt, kamen aber so weiter aus der Schusslinie. Nicht an allen Streckenabschnitten konnte diese Verbreiterung der Seitenstreifen realisiert werden, das wäre zu teuer geworden und bei einigen Streckenabschnitten (z. B. Bergwerk) nicht möglich gewesen.

Teile der Strecke wurden neu asphaltiert, einige der berühmten Sprunghügel entschärft oder planiert, an denen bisher teils fantastische Fotos von abhebenden Rennwagen entstanden. Rund um die Strecke wurden Brücken erneuert damit unter oder auf diesen die Randstreifen ebenso verbreitert werden konnten, je nachdem, ob die Strecke über oder unter der Brücke verlief. Um Aquaplaning vorzubeugen wurden Kanäle an der Strecke ausgebaut, die Regenwasser schneller abfließen lassen sollten. Die Randsteine ,sog. Curbs, im Inneren der Kurven und in andern kritischen Streckenbereichen wurden verlegt. Damit sollte das Befahren des unbefestigten Teils neben der Strecke verhindert werden. Zuvor wurde an diesen Stellen oft während eines Rennens Sand und Schmutz auf die Fahrbahn gewirbelt und stellte damit eine Gefahr für die nachfolgenden Wagen dar.

Einige Zuschauerbereiche wurden durch Baumaßnahmen und Bewegung von Erdmasse z.T. deutlich erhöht. Die beiden Zuschauerbrücken am Abschnitt Kottenborn und nach dem Karussell wurden abgebaut. Insgesamt wurden ca. 10.000 Bäume entfernt und ca. 20.000 LKW-Ladungen Erdreich bewegt.

Der Umbau sollte nach ersten Planungen 6,585 Mio. D-Mark kosten, am Ende belief sich die Summe insgesamt auf über 20 Millionen D-Mark. Aufgrund der dort zu erwartenden höheren Einnahmen legte man den Fokus auf die deutlich längere Nordschleife. Die Südschleife wurde kaum modernisiert, nur die Einfahrt zur Südschleife wurde vor die Südkehre verlegt. Es zeichnete sich wohl schon ab, dass die Südschleife keine Zukunft haben würde.

Die Nordschleife wurde durch die Umbaumaßnahmen zwar sicherer, letztlich aber auch schneller.

Fazit von Niki Lauda: „Wer behauptet, er liebt diese Strecke, der lügt. Die gefährlichste Strecke die es je gab, war der alte Nürburgring. Aber es war so geil zum Fahren.“ 

Die Veranstaltungen 1971 im Überblick

April    
11.04.1971 6. ADAC-300-km-Rennen um den „Goodyear-Pokal“ | Südschleife
Veranstalter: ADAC Mittelrhein e.V. Koblenz
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Mai    
01.-02.05.1971 34. ADAC-Eifelrennen | Nordschleife
Veranstalter: ADAC – Gau Nordrhein e.V., Köln
 
22.05.197 ADAC-Rennen „Rund um den Contiturm“
  • Motorradrennen für 6 Klassen um den Juniorenpokal
Veranstalter: ADAC – Gau Nordrhein e.V., Köln
 
31.05.1971 17. ADAC-1000-km-Rennen | Nordschleife
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Juni    
27.06.1971 ADAC-24-Stunden-Rennen Nürburgring
  • ADAC-Formel-V-Rennen
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Juli    
11.07.1971 Großer Preis der Tourenwagen „12. ADAC-6-Stunden-Rennen“ | Nordschleife
  • 11:Uhr: Indianapolis-Start zum 6-Stunden-Rennen zur Europameisterschaft "Um den Martini Gold Cup"
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31.07.-02.08.1971 Großer Preis von Deutschland | Nordschleife
Veranstalter: AvD, Frankfurt
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August    
17.08.-21.08.1971 Marathon de la Route | Gesamtstrecke
  • 86 Stunden Rennen
  • Nur 39 Fahrzeuge gingen an den Start, nur 16 davon konnten abgewunken werden
  • Sieger wurden Jacques Henry (F)/Jean-Luc Thérier (F)/Maurice Nusbaumer (F) auf einem Alpine A 110 1600S des Teams Nusbaumer
 
September    
05.09.1971 ADAC 500 km Eifelpokalrennen
Veranstalter: ADAC – Gau Nordrhein e.V., Köln
 
10.-12.09.1971 3. Int. ADAC-36-Stunden Nürburgring | Nordschleife  
26.09.1971 AvD/SCM-Rundstreckenrennen Aachen Abgesagt
Oktober    
02.10.1971 AvD-Ruhrland-Kriterium, Nürburgring  
09.10.1971 2. ADAC-Maifeld-Rallye Nürburgring, Rübenach  
09.10.1971 8. Herforder Zuverlässigkeitsturnier Nürburgring
Veranstalter: Herforder Automobil-Club, Herford
 
10.10.1971 21. ADAC-Westfalenfahrt  
16.-17.10.1971 Mayener ADAC-Rundstreckenrennen um den „Eifelland-Caravaning-Pokal“ | Südschleife
  • Deutscher Meisterschaftslauf für Motorräder aller Klassen
  • Formel 3 Rennen
  • GT- und Tourenwagenrennen
Veranstalter: Automobil-Club1927 Mayen e.V. im ADAC
 

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Quellen und weiterführende Links:
Haffke, J: Der Nürburgring – Tourismus für Millionen, Bouvier, 2010
www.24h-rennen.de
www.nordschleifologie.de
touringcarracing.net

Teaserfoto: Jahcyr, CC BY-SA 4.0
* Auszug aus dem Programmheft/vorläufiger Zeitplan
Keine Gewähr über die Vollständigkeit der Terminliste. 


Letzte Aktualisierung: 25.1.2017