5. April 2008: RCN 1. Lauf: Preis der Schloßstadt Brühl

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  • Gesamtsieg für Tischner/Becker im Rekordfeld – Honda-Pilot Thomas Krüger erster Tabellenführer

(Nürburgring/Brühl) Welch ein Saisonauftakt auf der schönsten Rennstrecke der Welt: Beim ersten Lauf zur BMW Driving Experience Challenge freuten sich Michael Tischner und Ulrich Becker (beide Marl) über ihren ersten gemeinsamen Gesamtsieg. Nach 15 Runden (=312,45 Kilometern) hatte das Duo am Steuer des Tischner Motorsport-BMW M3 28 Sekunden Vorsprung auf den Pink Power – Honda Civic Type-R der amtierenden Meister Ludger Henrich/Jürgen Schulten (Schmitten/Hamminkeln). Insgesamt starteten 151 Fahrzeuge, so viele wie noch nie bei einem Challenge-Auftakt.

Dauerregen prägte den „Preis der Schlossstadt Brühl“. „Die Witterungsbedingungen waren heute sehr anspruchsvoll“, sagte Rennleiter Hans-Werner Hilger von der veranstaltenden Scuderia Augustusburg Brühl im BTV und ADAC. „Es blieb bei kleineren Blechschäden, die vielen Positionskämpfe standen im Mittelpunkt.“

In 9.10 Minuten drehten Wolfgang Kohler/Christian Menzel (Aldingen/Kelberg) im Manthey-Porsche GT3 die schnellste Runde des Tages. Nach acht Umläufen musste das Fahrzeug jedoch mit starker Rauchentwicklung abgestellt werden. Einem sicheren Gesamtsieg steuerte nun Marco Schelp mit seinem BMW M3 entgegen. Bis zu fünfeinhalb Minuten Vorsprung konnte der Berliner herausfahren, drehte aber am Ende eine Runde zu viel und wurde nicht gewertet. Somit kam Ulrich Becker zu seinem ersten Challenge-Gesamtsieg seit 1990, damals sogar gleich zweimal im Opel Manta. Für Matthias Tischner war es der größte Erfolg seit dem dritten Gesamtrang bei den ADAC 24 Stunden 2001.

Henrich/Schulten hatten nach Problemen in der Startrunde bei weitem nicht mehr auf ein solches Abschneiden gehofft. „Die Bremse war zweimal zu, ich musste am Flugplatz und im Kesselchen stehen bleiben“, beschrieb Henrich das Malheur. Mit zunehmendem Verschleiß löste sich das Problem buchstäblich in Rauch auf und „Rainman“ Jürgen Schulten konnte in der zweiten Event-Hälfte seinem Namen wieder alle Ehre machen. In der zehnten Runde zog der Honda-Pilot an Ex-Meister Hans-Rolf Salzer (Alpenrod) im BMW M3 vorbei, war in der Bestzeit sogar drei Sekunden schneller als Tischner/Becker und eroberte den zweiten Gesamtrang.

Für Harosa-Motorsport rund um Teamchef Hans-Rolf Salzer war es dennoch ein sehr gute Saisonauftakt: Sieger der Gruppe H über 3000 ccm mit dem umgebauten BMW M3 3,2. Und Sohn Sascha sowie Teamkollege Tjark Schäfer (alle Alpenrod) triumphierten bei den Specials bis 3000 ccm mit dem neuaufgebauten BMW M3 3,0. „Und das, obwohl das Kühlwasser zu warm wurde und wir eine Auspuffhalterung verloren haben“, sagte Sascha Salzer.

Drei der vier Opel Astra des OPC Race Camps überzeugten auf ganzer Linie und landeten im Gesamtklassement auf den Rängen vier bis sechs, angeführt von Kurt Wenger/Alexander Plenagl (CH-Binningen/Moosach) und Stefan Leitner/Benjamin Scharf (A-Graz/Netphen). Mit einer Bestzeit von

10.06 Minuten gehörte Plenagl zu den schnellsten Piloten im gesamten Starterfeld. „Das elektronisch geregelte Serienfahrwerk in Verbindung mit den brandneuen Dunlop-Regenreifen war heute der Schlüssel zum Erfolg“, betonte Kissling-Race Camp-Teamkoordinator Gerhard Diel. Nach dem ersten von acht Challenge-Erlebnistagen führt Thomas Krüger die Tabelle an. In der mit 25 Fahrzeugen am stärksten besetzten Gruppe H bis 2000 ccm siegte der Stolberger am Steuer des Krüger Motorsport-Honda Civic vor Frank Diehl/Stefan Plate (Hof/Neunkirchen) im Plate Autotechnik-Opel Manta 16V, der wieder einmal leicht zerrupft das Ziel erreichte. „In der sechsten Runde lief ich im Bergwerk auf zwei andere Teilnehmer auf“, erklärte Plate. „Irgendwie bremsten die sehr früh und mir ging etwas der Grip aus. Ich krachte jedenfalls in die Leitplanke.“ Frank Diehl blies nach dem Boxenstopp zur Attacke und zog in Runde 13 an Gerhard Diel (Wermelskirchen) vorbei.

„Der Aufstieg in die Challenge ist mir gelungen“, freute sich der amtierende MLT-Meister, vor allem auch aufgrund der Doppelbelastung Race Camp und selber fahren. „Der Manta hat locker 50 PS mehr und wiegt auch deutlich weniger als mein Astra. Als dritter von 25 Startern habe ich auch viele Punkte für den Opel-Sportpokal ergattert, so kann es weitergehen!“

Vizemeister Torsten Kratz (Mönchengladbach) staunte nicht schlecht über Rallye-Ass Darius Drzensla (Harscheid). Der ehemalige Gesamtsieger der ADAC Rallye Köln-Ahrweiler konnte bei seinem Challenge-Debüt nahezu das Tempo von Routinier Kratz mitgehen. „Ein ganz schön harter Brocken, das war nicht einfach, den zu überholen“, atmete Kratz beim Boxenstopp tief durch. Als Drzensla in Runde neun Probleme bekam, fiel die Entscheidung um den Sieg bei den Serienwagen bis 1850 ccm. Punktegleich Gruppensieger der Serienwagen wurden Sean Paul Breslin/Matthias Unger (GBRadlett/Heustenstamm) am Volant des Black Falcon-BMW 325i sowie das BMW M3 GT-Duo Thomas Ahles/Jan Heiler (Unterschleissheim/Walldorf).

In der Sonderwertung der Michaela-Lochmann-Trophy (MLT) waren Rainer Geppert/Stephan Dallwig (Reichshof/Drolshagen) das beste Team. Das Duo der Renngemeinschaft Oberberg hatte mit dem Opel Astra nach acht Runden gerade einmal 0,03 Punkte Vorsprung auf Holger Träger/Karl-Heinz Zammert (Bochum/Düsseldorf) im Benninghofen-VW Golf GTi. Mit nur weiteren 0,07 Punkten Rückstand lenkten Alfred Krumpen/Stefan Trost (Grafschaft/Rheinbach) ihren Alfa Romeo Alfasud auf den dritten Rang.

„Die Leistungsdichte in der Challenge und auch in der MLT sind enorm“, zog Serien-Manager Willi Hillebrand (Finnentrop) ein positives Fazit vom Saisonauftakt. „Ein Kompliment, gerade bei diesem Wetter, an die Teilnehmer, an den Veranstalter und an alle Helfer. Ich freue mich auf den zweiten Lauf in 14 Tagen – dann hoffentlich bei Sonnenschein!“

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Quelle: RCN