28. September 2003: CHC 8. Lauf: 18. Rendezvous am Ring

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  • Ulli Ehret und Christof Degener sind die neuen Meister

(Plettenberg/Nürburgring) Das „Rendezvous am Ring“ der Scuderia Plettenberg e.V. im DMV bildete einmal mehr das Saisonfinale im Castrol-HAUGG-Cup „um die Willi Hieke Pokale“. Doch auch „Rendezvous des Spitzensports“ wäre treffend gewesen, denn was die 84 Teams bei optimalen Witterungsbedingungen zeigten, war Motorsport vom Feinsten. Mit ihren jeweils sechsten Saisonsiegen überzeugten Ulli Ehret aus Buchen-Hainstadt und der Hattinger Christof Degener einmal mehr und sicherten sich die Titel im CHC bzw. CHC light.

Bei den VLN-Serienwagen bis 1850 ccm hätte Ulli Ehret ein zweiter Platz zum Titelgewinn gereicht. „Doch wenn, dann will ich auch richtig gewinnen“, gab der 33jährige als Parole aus. Und der Diplom-Ingenieur legte gleich los wie die Feuerwehr, trotz eines Verbremsers im Haug-Haken. „Ich wollte Peter Bonk ausbremsen, doch mein Bremspunkt war mindestens 50 Meter zu spät“, gab Ehret zu und war froh, nicht im Kiesbett stecken geblieben zu sein. Bis ins Ziel wuchs der Vorsprung des BMW 318iS-Piloten auf 39 Sekunden an. Franz-Josef Löchte aus Münster feierte mit Rang zwei sein bestes Saisonergebnis, Peter und Michael Bonk (Senden/Greven) wurden dritte.

In der Michaela-Lochmann-Trophy hätte Christof Degener eigentlich nur ankommen brauchen. Doch auch der Hattinger wollte den CHC light-Titel mit einem Klassensieg untermauern. Und wie: Zusammen mit Beifahrer Dirk Kehrberg aus Bochum blieb Degener verlustpunktfrei und drehte mit 8.22,1 Minuten die schnellste Sprintzeit der Specials bis 2000 ccm. Holger Träger/Peter Tegeler (beide Bochum) wurden nicht nur zweite in der Tageswertung, sondern auch in der Jahreswertung. Tagesschnellster light-Pilot war aber einmal mehr Guido Sälzer aus Sprockhövel, der im NSU TT für den Sprintabschnitt nur 8.08,7 Minuten benötigte. In der Jahreswertung schob sich Sälzer noch auf den dritten Rang vor. Der entthronte light-Meister Jörg Kosmalla aus Köln konnte nach Motorproblemen an seinem Opel Corsa nicht starten.

Gleich vier Teams peilten den Tagessieg in der Gesamtwertung an und machten aus der 52-Runden-Distanz ein gnadenloses Sprintrennen. Allen voran Heiner Immig aus Paderborn mit seinem Porsche 996 GT3, dem nur ein Sieg zum möglichen Titel weitergeholfen hätte. Hans-Rolf und Sascha Salzer (beide Alpenrod) im BMW M3 E36 sowie Johannes Trimborn aus Swisttal im Audi S2 Quattro waren die schärfsten Konkurrenten, sowohl im Gesamtklassement als auch in der Gruppe F über 2000 ccm. Die beiden von Edgar Dören Motorsport an den Start gebrachten Gruppe H-Porsche 964 mit Clemens Pietzkowski (Wuppertal) sowie der Gruppe S-Porsche 993 mit Matthias Holle aus Diez wollten ebenfalls bei der Vergabe des Gesamtsieges ein wichtiges Wörtchen mitreden.

Während Holle bereits in den ersten Sollrunden reichlich Strafpunkte sammelte, wechselten sich die anderen vier Teams munter an der Spitze ab. Trimborn und Immig drehten die schnellsten Runden, kassierten ihrerseits aber auch Strafpunkte in den Sollrunden. „So hat sich das Mehrgewicht vom Beifahrer wenigstens gelohnt“, meinte dann auch zur Halbzeit ein zufriedener und strafpunktfreier Sascha Salzer. Nach 26 Runden führte das Vater und Sohn-Team vor Pietzkowski (drei Sekunden Rückstand), Trimborn (sieben Sekunden) und Immig (14 Sekunden).

Seit der Ergänzung der Mercedes-Arena ist die Streckencharakteristik prädestiniert für den Audi S2 Quattro und Johannes Trimborn blies zur finalen Attacke. Bis ins Ziel konnte der 50jährige den Spies umdrehen und acht Sekunden Vorsprung herausfahren. „In 2001 und 2002 habe ich auch jeweils einen Gesamtsieg feiern können, daher mußte ich die letzte Chance in diesem Jahr nutzen“, strahlte Johannes Trimborn.

Hinter dem Harosa-BMW, Pietzkowski und Immig fuhr Christian Ehret (Buchen) auf den hervorragenden fünften Gesamtrang und zum Sieg in der Gruppe H bis 2000 ccm. Für den Opel Ascona-Piloten war es der erste Sieg seit 1998. Ives und Manfred Tittmann (beide Bocholt), neben Heiner Immig und Ulli Ehret als dritte Titelaspiranten an den Eifelkurs gereist, fuhren im Opel Kadett E nur auf Platz zwei. „Irgendwie lief es heute nicht so gut, ich weiß auch nicht, woran es lag“, rätselte Ives Tittmann. „Aber der Vize-Titel ist natürlich auch super!“ Bis zu Motorproblemen am Opel Kadett C Coupe hatte allerdings Slalom-Spezialist Georgis Katsikis (Siegen) die Gruppe H bis 2000 ccm nach Belieben beherrscht.

Bei den Specials-Fahrzeugen sorgte Hans-Dieter Herzog (Alfter) für eine faustdicke Überraschung. Am Volant des nur 1600 ccm starken Frensch Power-Citroen Saxo feierte Herzog den Gruppensieg, nachdem Porsche-Pilot Holle (eine Runde zuviel und nicht gewertet) sowie Ron Grüter/Marion Müller (Hückelhoven/Bergisch-Gladbach) nach Bremsproblemen am Peugeot 306 den Zielstrich nicht sahen. Bei den Specials bis 2000 ccm freuten sich Manfred Kroll/Frank Gilles (Rheinbach/Meckenheim) im Frensch Power-Peugeot 306 über den ersten Saisonsieg. In der Gruppe G siegten Manfred Pesch (Meckenheim) und die entthronte CHC-Meisterin Petra Dams (Düsseldorf) mit einem Ford Fiesta.

In der Gruppe F bis 2000 ccm duellierten sich zunächst Klaus und Julia Flint (Melle) im Honda Integra mit dem Wuppertaler Marcel Schmidt im BMW 320iS. Zur Halbzeit trennten beide nur sieben Sekunden und Schmidts Teamkollege Markus Schumacher kündigte für den zweiten Turn eine Attacke an. Doch 20 Strafpunkte und Getriebeprobleme ließen die Siegeshoffnungen platzen. Am Ende war das BMW-Duo froh, im Vergleich zu den punktgleichen Mathias Bungard/Dr. Gunther David (Eitorf/Mönchengladbach) aufgrund des schnelleren ersten Sprintabschnittes wenigstens Platz zwei gerettet zu haben.

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Quelle: RCN