28. August 2004: CHC 6. Lauf: Um die Westfalen Tophy

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  • Hans-Rolf Salzers Verfolger straucheln

(Bork/Nürburgring) Der sechste Wertungslauf zum Castrol-HAUGG-Cup „Um die Willi Hieke Pokale“ hätte für Tabellenführer Hans-Rolf Salzer kaum besser verlaufen können. In der Gruppe F2005 über 2000 ccm bleibt der Alpenröder weiterhin ungeschlagen und der Vorsprung in der Meisterschaft ist für den BMW-Piloten auf nun 0,43 Punkte angewachsen. Zum ersten Mal im Jahr 2004 feierte Salzer darüber hinaus einen Gesamtsieg. Es war sein elfter insgesamt und somit zog der 50jährige Chef von Harosa-Motorsport mit Stefan Moses (Schmitten) in der ewigen Bestenliste gleich. Nur noch die beiden Duisburger Mark-Oliver Burghardt/Jens Kolodzey haben mit 15 mehr auf dem Konto.

Insgesamt 101 Teams hatten ihre Nennung beim MSC Bork e. V. im ADAC abgegeben. Das Wetter hatte es für die „Westfalen-Trophy“ leider nicht ganz so gut gemeint und zahlreiche Regenschauer setzten immer wieder Streckenabschnitte unter Wasser. Etliche Unfälle und Kaltverformungen waren die Folge, Dank der vorzüglichen Sicherheitsvorschriften des CHC gab es keine Personenschäden. Vor dem Start gleich die ersten beiden Hiobsbotschaften für das Erfolgsteam KRS: Am BMW M3 2,0 von den dreifachen Gesamtsiegern Jochen Krumbach/Wilhelm Dohmen platzte auf dem Weg in die Startaufstellung ein Wasserschlauch. Und am BMW M3 2,5 des Teamkollegen Paul-Gerd Krell wollte der Motor partout nicht anspringen. Somit waren zwei heiße Eisen schon aus dem Rennen, ehe die Startflagge gefallen war. Nebenbei: Florian Scholze fuhr im KRS-Honda Civic den Fahreroverall von Teamkollege André Krumbach spazieren und KRS-Zeitnehmerin Maria Herberg stand mit eingegipster Schulter an der Boxenmauer…

Im Kampf um den Gesamtsieg lieferte sich Hans-Rolf Salzer ein packendes Duell mit Gerrit Gaastra im Mitsubishi Lancer Evo VI. Der Bonner, erst seit diesem Jahr im CHC unterwegs, drehte schnellere Sprintrunden als der Harosa-Pilot, haderte aber mit den Sollrunden. Gleich in der Einführungsrunde kassierte Gaastra zehn Strafpunkte. Die Entscheidung um den Tagessieg fiel dann in der zwölften von 15 Runden, als der Allrad-Pilot weitere 40 Strafpunkte aufgebrummt bekam. Gesamtrang zwei ist dennoch ein hervorragendes Ergebnis und der verdiente Lohn einer guten Leistung.

Der Regen kam Karl-Eduard Reinders einmal mehr entgegen. Der Mönchengladbacher gehört seit Jahren zur seltenen Gattung der „Rainmen“ und stellte dieses einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. In der relativ trockenen Anfangsphase übernahmen in der Gruppe H/F bis 2000 ccm zunächst die beiden Siegerländer Opel-Teams Stefan Plate/Uwe Sänger (Neunkirchen/Stocklhofen) sowie Frank Diehl (Burbach) das Kommando. Reinders hatte gegenüber den stärkeren Opel zunächst das Nachsehen.

Als erstes der Spitzenteams verabschiedete sich nach Runde sechs Marcus Müller aus Bleialf mit Kupplungsschaden am Opel Manta. Ebenfalls mit technischem Defekt parkte in der gleichen Runde der VW Golf von Mathias Bungard/Dr. Gunter David (Eitorf/Mönchengladbach) und in Runde elf der Honda Integra Type-R von Klaus und Julia Flint aus Melle. Mit zunehmendem Regen kam Reinders dem Spitzenduo immer näher. In Runde zwölf zog der Pilot des MSC Odenkirchen an Plate/Sänger vorbei, die mit ihrem Opel Kadett C Coupé die Sollzeit von 10.30 Minuten im Nassen nicht mehr halten konnten und einhundert Strafpunkte kassierten.

Die Entscheidung um den Klassensieg und den dritten Rang im Gesamtklassement dann in Runde 13, als Frank Diehl den Opel Ascona in der Hatzenbach heftig in die Leitplanken setzte. Dank dem ersten Klassensieg in der mit 15 Fahrzeugen stark besetzten Klasse rückte Reinders auf den zweiten Platz in der Jahreswertung vor. Plate/Sänger wurden mit 56 Sekunden Rückstand dennoch gute zweite vor dem Berliner Karten Reuter im VW Golf I.

Mit nur 15 Punkten Rückstand auf Reinders verpassten Ludger Henrich und Jürgen Schulten (Schmitten/Hamminkeln) knapp den Sprung aufs Podest. Am Steuer des nach VLN-Serienwagen-Reglements vorbereiteten Opel Corsa hatte das Duo dennoch einmal mehr seine Klasse bewiesen und zum zweiten Mal die Klasse bis 1850 ccm gewonnen. Mit nur 130 PS gehört der vom Pink Power Performance Center vorbereitete Corsa eigentlich zu den leistungsschwächsten Autos im CHC-Feld. Das hielt Schulten aber nicht davon ab, vor allem auf der zum Rennende nahezu komplett nassen Piste hinter Gaastra, Salzer und Reinders die viertschnellsten Rundenzeiten zu drehen. Die Klassenkonkurrenten, ausnahmslos in BMW 318iS unterwegs, verloren pro Runde 40 Sekunden und mehr!

Bei den VLN-Serienwagen bis 2000 ccm hatten erstmals die Brüder Marco und Maik Knappmeier (beide Melle) im Seat Ibiza die Nase vorn, deren Überstunden nach dem schweren Unfall vom letzten Lauf belohnt wurden. Die zunächst führenden Axel Nolde/Bojan Ferk (Ennepetal/Grevenbrück) parkten in Runde drei nach einem Reifenplatzer am Opel Astra OPC für 50 Minuten im Kesselchen.

In der Gruppe F2005 bis 2000 ccm feierten Bodo Gergen/Thomas Rehlinger (Saarlouis/Wadern) im BMW 318iS den ersten Saisonsieg. Das Duo profitierte jedoch vom Ausfall der lange Zeit führenden Michael Schmidtke/Kuno Kuttenkeuler (beide Köln) im Ford Focus. Hatte Schmidtke in der Anfangsphase noch Glück, als ein Ausrutscher in der Hatzenbach ohne Beulen endete, landete Kuttenkeuler in Runde zehn im Kiesbett der Aremberg-Kurve auf dem Dach.

Einen begeisterten Dreikampf der Ford Escort MkV RS 2000-Fraktion erlebten die mehreren tausend Zuschauer bei den Specials bis 2000 ccm. Jörg Weber (Kehrig) hatte zwar mit zehn Strafpunkten die erste Runde beendet, nahm dann Alexander Roth/Christoph Czwielung (Ebersbach/Bonn) aber in der ersten Sprintrunde vier Sekunden ab. Bastian Hüttinger aus Neuenstein markierte dann in Runde sechs mit 9.23 Minuten eine Bestzeit, die nicht mehr unterboten werden konnte.

Eine Vorentscheidung fiel in der zwölften Runde, als der Regen das Einhalten der Sollzeit von 10.15 Minuten unmöglich machte. Roth/Czwielung kassierten „nur“ 200 Strafpunkte, Weber 290 und Hüttinger 520. Doch Alex Roth kam in der 14. und somit vorletzten Runde im Schwedenkreuz von der Piste ab und krachte mit dem Bonnfinanz-Escort in die Leitplanken. Dritter Saisonsieg somit für Jörg Weber, der auch in der Meisterschaft auf Platz drei vorrücken konnte. Hüttinger wurde zweiter vor Manfred Kroll/Jürgen Minten (Rheinbach/Meckenheim) im Peugeot 306 S16.

Drexelius/Teiwes Tagesbeste auf der Nordschleife
(Bork/Nürburgring) Michael Drexelius und Bastian Teiwes bleiben das Team der Stunde in der Michaela-Lochmann-Trophy „Castrol-HAUGG-Cup light“. Zum zweiten Mal in Folge siegte das Duo mit dem Opel Kadett D bei den Specials bis 1600 ccm. Dank dem neuerlichen Erfolg rückten die beiden Solinger auf den zweiten Platz in der Meisterschaft vor. Holger Träger aus Bochum führt zwar weiterhin die Tabelle an, doch nach dem fünften Rang bei den Specials bis 2000 ccm hat der Bochumer nur noch 3,42 Punkte Vorsprung auf Drexelius/Teiwes.

Das Geschehen in der MLT war beim sechsten Wertungslauf von vielen Überraschungen geprägt. Vielleicht auch aufgrund des Wetters, denn zahlreiche Regenschauern sorgten dafür, dass zur keiner Zeit alle Streckenabschnitte gleichzeitig nass wurden. Aber auch nie trocken waren! Drexelius/Teiwes blieben als einziges Team strafpunktfrei und freuten sich somit mächtig über den ersten Gesamtsieg. Für Andre Benninghoven aus Velbert bedeutete der zweite Platz bei den Specials bis 1600 ccm sein bislang bestes MLT-Resultat. Zusammen mit dem neuen Beifahrer Björn Mark kassierte der VW Polo-Pilot nur 0,3 Strafpunkte. Der bisherige Tabellenzweite Guido Sälzer (Sprockhövel) wurde im NSU TT nur dritter. Bei den Specials über 2000 ccm siegten erstmals Michael Dietrich/Manfred Klymko (St. Augustin/Dernau) im BMW E30. Die mitfavorisierten Michael Daum/Alexander Mayer (Dreisbach/Trierweiler) parkten mit technischen Problemen für drei Minuten im Metzgesfeld und verloren alle Siegchancen.

Neue Gesichter auch auf der obersten Podiumsstufe bei den Specials bis 2000 ccm: mit nur 0,3 Strafpunkten siegten Wolfgang Last aus Bad Münstereifel und Werner Hricaj aus Seelscheid mit dem Opel Kadett. Noch größer der Applaus der CHC-Familie allerdings für die zweitplatzierten Christian Pluta/Klaus-Dieter Justa (Haltern/Marl) im Opel Kadett. Nach den zahlreichen Schicksalsschlägen der letzten Monate gab es niemanden, der Klaus-Dieter Justa diesen Erfolg nicht gegönnt hätte! Für Markus Eigemeier aus Attendorn im Mitsubishi Colt bedeutete Rang drei ebenfalls das beste Saisonergebnis.

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Quelle: RCN